Letztes Jahr im August konnten Vertreter des VVN-Lüneburg ihre Gäste aus Belarus begrüßen
 
VVN begruesst die Gaeste 2017
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In der nächsten Woche empfängt die VVN-Lüneburg erneut eine Delegation aus Belarus
 
Überlebende der Todeslager bei Ozarichi besuchen Lüneburg

 Als Kinder wurden sie Opfer eines der schwersten Verbrechen der Wehrmacht gegen Zivilisten überhaupt“. So bezeichnet der Historiker D. Pohl die 1944 bei Osaritschi (Belarus) errichteten Todeslager. Maßgeblich an diesem Kriegsverbrechen beteiligt: Die Lüneburger 110. Infanteriedivision. 74 Jahre später besuchen jetzt sechs Überlebende dieser Lager die Stadt, von der die Katastrophe einst ausging.

 Mit ihrem Besuch folgen die drei Frauen und drei Männer im Alter zwischen 72 und 86 Jahren einer Einladung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) Lüneburg und des Arbeitskreises Erinnerungskultur an der Leuphana-Universität. „Mit unserer Einladung wollen wir den Opfern der NS Terrortaten die ihnen zustehende Wahrnehmung einräumen und die historischen Tatsachen ins Blickfeld rücken“, so Ulrike Waltemade, eine der Organisatorinnen des Besuches.

 Zu diesen lange verdrängten Tatsachen gehört, dass die Wehrmacht 1940 u.a. in Lüneburg die 110. Infanteriedivision aufstellte. Von Anfang an beteiligte sich diese Einheit am deutschen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion. Nahe der weißrussischen Ortschaft Osaritschi errichtete sie gemeinsam mit zwei anderen Divisionen im März 1944 einen Lagerkomplex, der als Todeslager diente. Dorthin deportierten die deutschen Soldaten rund 50 000 Zivilisten: Mütter kleiner Kinder, Kinder, Alte, nicht Arbeitsfähige, Typhuskranke – im Wehrmachtsjargon allesamt „nutzlose Esser“. Wer nicht schon während der Selektion und der Gewaltmärsche erschlagen oder erschossen wurde, den trieben die Soldaten in ein vermintes Sumpfgebiet ohne jeglichen Schutz durch Gebäude. Dort ließen die Soldaten ihre Opfer planmäßig verhungern, erfrieren und an Typhus sterben.

 Genaue Zahlen der durch dieses Massaker umgebrachten Menschen lassen sich kaum ermitteln. Während weißrussische Quellen von bis zu 20.000 Toten sprechen, werden allgemein etwa 9.000 Tote genannt. Auf Basis dieser Zahl geht der Historiker Christoph Rass „von bis zu 3.600 Todesopfern im Bereich der 110. Infanteriedivision“ (Gutachten 2017) aus. Wer diese Lager überlebte, verdankt seine Rettung der Roten Armee, die die Todeslager zügig befreien konnte.

 Nach solchen schlimmen Erfahrungen mit Deutschland und Deutschen betrachten es die Gastgeber in Lüneburg alles andere als selbstverständlich, dass Überlebende der Todeslager jetzt die Einladung nach Lüneburg annahmen. Peter Raykowski von der VVN dazu: „Unsere heutigen Besucher und Besucherinnen waren damals Kinder. Selbst dem Tod knapp entronnen, haben sie neben sich Geschwister, Mütter oder Großeltern sterben sehen. Die Todeslager werden ihr ganzes Leben bestimmt haben. Für uns ist ihr Kommen eine großzügige Friedensgeste!“

 Ein prekäres Faktum überschattet den Besuch der Überlebenden in Lüneburg: Am Gralwall steht ein nach dem 2. Weltkrieg errichtetes „Ehrenmal“ für die toten Soldaten der ehemaligen 110. I. D. Die von den Infanteristen Gequälten und Getöteten blendet das Denkmal aus. 1960 hat die Stadtverwaltung dieses Denkmal amtlich in ihre Obhut genommen - wovon sich die politischen Gremien bis heute nicht offiziell distanziert haben.

 Die Besucherinnen und Besucher aus Belarus werden sich vom 21. bis 26. August in Lüneburg aufhalten. Ein vielfältiges Besuchsprogramm soll den Gästen interessante Begegnungen und Eindrücke ermöglichen. Höhepunkte sind u.a. eine russisch-sprachige Führung durchs Salzmuseum; der Rathausempfang durch Oberbürgermeister Mädge (22. 8.) und ein öffentlicher „Abend der Begegnung“ im Foyer des Lüneburger Museums (22. 8. ab 19 Uhr). Am 23. 08. Wird die Reisegruppe in der Leuphana-Universität empfangen – dem Ort, wo einst die Ersatztruppen der 110. I.D. stationiert waren. Für Freitag, 24.08., ist ein Besuch der Berufsbildenden Schule (BBS) Winsen mit Zeitzeug_innengesprächen geplant. Am 25.08. steht ein Ausflug nach Hamburg mit Hafenrundfahrt und Besuch des Gedenkortes „denk.mal Hannoverscher Bahnhof“ auf dem Programm, bevor die Gäste dann am 26. 8 über Frankfurt wieder zurück in ihre Heimat reisen.


Es tut sich etwas auf dem KZ-Friedhof im Tiergarten!
Fraglich ist: Was genau? Wie wird das Endergebnis aussehen? Es verspricht spannend zu werden!
25. April 2018Hinweisschild: Zum Mahnmal Tiergarten 11. Juni 2018
Hinweisschild: Zum Mahnmal Tiergarten
28.Juni 2018Hinweisschild: Zum Mahnmal Tiergarten 18.Juli 2018 Hinweisschild: Zum Mahnmal Tiergarten


Gedenk- Erinnerungs- und Lernort Wandrahmpark eingeweiht
Historische Tatsachen dürfen nicht zur Beliebigkeit werden

Viele Zuhörer*innen haben sich ein Bild von den neuen Informationstafeln im Park neben der Wandrahmstraße gemacht. Vier Informationstafeln mit Fotos und (auch längeren) Texten (siehe Anmerkung unten) erläutern die Geschichte der Anlage, des Nazigauls, eines Steingrabes und nicht zuletzt des Eisenbahnwaggons. Nun ist nach drei und einem halben Jahr klar: Es handelt sich nicht um eine Dekoration der Bundesbahn vom nahe gelegenen Bahnhof sondern erinnert und mahnt an ein Lüneburger Kriegsverbrechen im April 1945.
Maren Hansen berichtete vom jahrelangen Engagement der Geschichtswerkstatt, ein solches Mahnmal zu realisieren. Prof. Dr. Heike Düselder und nicht zuletzt Oberbürgermeister Mädge dankten in ihren Redebeiträgen allen an der Umsetzung Beteiligten, unter anderem aus Geschichtswerkstatt und VVN-BdA-Lüneburg. Viele andere Orte in Lüneburg gelte es, ebenso in Gedenk- und Lernorte umzugestalten. Betont wurde von beiden mehrfach, dass im Zusammenhang mit der Diskussion um die Lüneburger Erinnerungskultur, sich die Art des Gedenkens und Erinnerns im historischen Kontext ständig verändert und erneuert. Diese gebetsmühlenartige Wiederholungen sollen wohl bisherige Versäumnisse und offensichtliche Fehler entschuldigen. Der Grundsatz "Andere Generationen werden das sicher anders beurteilen." beinhaltet die Gefahr, dass die Interpretation historischer Tatsachen ins Beliebige verschoben wird.
Anmerkung:
Texte der VVN-BdA-Lüneburg in ähnlicher Länge für Infotafeln am Stein für die Wehrmachtseinheit 110. ID wurden vom Oberbürgermeister mit den Worten: "Viel zu lang!" zurückgewiesen.

Zu den Fotos


So einfach geht es, wenn der Wille vorhanden ist:
Der Lüneburger Stadtrat  streicht den Kandidat mit rechtsradikaler Vergangenheit von der Schöffenliste
 „Das ist ein Erfolg für die Demokratie und sichert eine neutrale und unabhängige Justiz.“ , sagt David Amri von der Partei Die Linke. 37 Ratsmitglieder wollten letztendlich, sicher auch wegen massiver Proteste aus der Bevölkerung keine Nazis als Laienrichter in Lüneburger Gerichten sehen und stimmten für die Streichung. Nur die Mitglieder der AFD offenbarten erneut ihre Gesinnung, indem sie augenscheinlich nichts gegen Nazis im Rechtssystem der Bundesrepublik haben und enthielten sich.
                                                                      Aber sicher ist sicher!
Liste überprüfen: Die geänderte Schöffenliste liegt vom 06.07. - 13.07. aus.
Ort:                      Am Ochsenmarkt/Rechtsamt; Eingang J; Zimmer 48
Zeiten:                 08.00 - 14.30 Freitag bis 12.00
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Kulturausschuss am 8. 6. 2018 zum 110er-Gedenkstein am Springintgut
Verwaltung zieht eigenen Textvorschlag zurück. Entscheidung über neuen Text vertagt.

Mit einem Schachzug verhinderte die Ausschuss-Mehrheit, dass der Textvorschlag der VVN diskutiert wurde
Für einen Ersatz der heftig kritisierten „Friedenspfad“-Tafel am 110er-Gedenkstein hatten auf der Ausschuss-Sitzung vom 8.6. sowohl die Stadtverwaltung als auch die VVN Lüneburg je einen Text vorgelegt; den Vorschlag der VVN hatte „Die Linke“ als Antrag übernommen.
Die VVN hatte zuvor den Verwaltungs-Vorschlag gründlich kritisiert: Er negiere die historische Wahrheit, stelle sich nicht der Verantwortung und falle streckenweise sogar noch hinter die aktuell dort installierte  „Friedenspfad“-Fassung zurück  (ausführliche Kritik des Verwaltungsvorschlages siehe hier).
Auf der Ausschuss-Sitzung kam dann die überraschende Kehrtwende: OB Mädge zog den Textvorschlag seiner Verwaltung zurück: Er entspreche tatsächlich nicht den inhaltlichen Anforderungen. Auf Antrag von SPD-Ratsherrn v. Mansberg beschloss der Ausschuss, dass eine Kleingruppe einen besseren Text formulieren und dem Ausschuss bei dessen nächster Sitzung vorlegen soll.
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Es tut sich etwas auf dem KZ-Friedhof im Tiergarten!
Fraglich ist: Was genau? Wie wird das Endergebnis aussehen? Es verspricht spannend zu werden!
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Nach dem "Scharf"-Skandal jetzt der "Schöffen"-Skandal!
Keine Lernzuwächse bei den politisch Verantwortlichen der Stadt erkennbar!
Ist es Naivität, Unwissenheit oder Absicht der meisten Ratsmitglieder in Lüneburg?
Die eigenen Begründungen für ihr Handeln lassen nur einen Schluss zu: Es ist eine Mischung aus allem!

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Zum 3. Mal versucht die Stadt Lüneburg dem Tafeltext am Denkmal der 110.I.D einen historisch korrekten und moralisch angemessen Inhalt zu geben.
Wieder scheitert der Versuch kläglich!!!

Der neue Textvorschlag stellt gegenüber der bisherigen 2. Fassung Tafeltext keine grundlegende Verbesserung dar; stellenweise fällt er sogar hinter diese Version zurück.

Zusammenfassung der Kritik der VVN Lüneburg am neuen Textentwurf

Sollte er beschlossen werden, vergibt die politische Vertretung Lüneburgs damit zum 3. Mal die Chance, eine verantwortungsvolle Haltung zur 110. I.D. einzunehmen.

Das erforderte u.E., trauernd der Verbrechens-Opfer der 110. I.D. zu gedenken und jeder kritiklosen Ehrung der 110. I.D. entgegenzutreten - und sich damit auch von dem Denkmal und der jahrzehntelangen Partnerschaft zwischen den 110er-Veteranen und der Stadtvertretung zu distanzieren.

Die Botschaft jedes Textes beim 110er Denkmal sollte ohne Wenn und Aber heißen:
"Ein Vernichtungskrieg mit solchen Verbrechen darf es nie wieder geben!"

Ausführliche Begründung
(rot hervorgehoben = Zitate aus dem Textvorschlag der Stadtverwaltung):

  1. "Am Wallaufgang wurde 1960 das Denkmal...errichtet."
    Die Passivformulierung verschleiert die Akteure (Wer hat errichtet? Mit welcher Absicht? Mit welchem Hintergrund? Und ebenso: Wer hat das Errichten gestattet bzw. begrüßt? Warum?
    Den vollständigen Text lesen

Hier zeigt die VVN-BdA-Lüneburg wie der Ort mit dem Stein für die 110.ID  so umgestaltet werden kann, dass das Gedenken an die weißrussischen Mordopfer der Wehrmachtseinheit den gebührenden Stellenwert bekommt
 
Vorschlag der VVN zur Umgestaltung des 110er-Steines in Anlehnung an KarlsruheDokument groß
 
                        Zum Text                                                                                   Zum Text

 
Plakat Veranstaltung
PDF-Download Plakat
                        Lüneburger Helden?!!
Zum politischen Widerstand gegen die Nazis in Lüneburg

Die Veranstaltung erinnerte an viele tapferen Menschen aus Lüneburg und Umgebung, die gegen den deutschen Faschismus kämpften und stellte die Frage nach ihrer öffentlichen Würdigung. Im Marcus-Heinemann-Saal gingen viele interessierte Zuhör*innen mit Fragen und Anmerkungen auf den Vortrag von Peter Asmussen ein. In dessen Anschluss entspann sich zwischen den Podiums-teilnehmern eine intensive Diskussion zum Thema unter der fachkundlichen und souveränen Moderation von Bernd Bruhn.


 

 

Am 1. Mai in Lüneburg stieß die Plakatausstellung zur AFD und die Zitate des AFD-Führungspersonals auf großes Interesse.

 
 

Hier geht es zum Radiobeitrag "Konfliktfeld Gedenkkultur", der anlässlich der letztwöchigen Demo des "AK Unbehagen in der Struktur" und mit O-Tönen aller Redebeiträge dieser Demo entstanden ist.

 

Baumstumpf

Bei der Diskussion um die innerstädtischen Denkmäler droht der peinliche Zustand des KZ-Friedhofs im Tiergarten in Vergessenheit zu geraten.
Der augenblickliche, 24.04.2018, Zustand in Bildern

 

 logo Unsere Stellungnahmen, Erklärungen und Presseerklärungen zu den verschiedenen Aspekten der aktuellen Lüneburger Gedenkkultur
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 Mädge im Gespräch mit NDR-Reporter Hallo Niedersachsen Beitrag zur Lüneburger Gedenkkultur  NDR 3 vom 21.02.2018
Interview mit  Oberbürgermeister Mädge zeigt: Er ist nicht auf dem Laufenden und spricht nur mit Lüneburgern. Aber wer ist Lüneburger? Reicht der erste Wohnsitz in Lüneburg?
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Beschriftung Denkmal

Erneut erhielt das Denkmal für die verbrecherische 110. Infantrie Division aus Lüneburg eine treffende Beschriftung

Hier geht es zum: "Denk" Mal im Wandel der Zeit

 

Gedenken Gruppe

Eine große Gruppe von Menschen traf sich am 19.11.2017 auf dem KZ-Friedhof im Waldgebiet Tiergarten bei Lüneburg, um der dort beigesetzten Opfer des Naziterrors zu gedenken
Bild 1| Bild 2 | Bild 3

 

Frau Scheslo, Dr.Scharf, Frau Gerhard

"Insofern hat die Stadt Lüneburg eine besondere Verantwortung für das, was damals geschehen ist."
                                                                                                         Bürgermeister Dr. Gerhard Scharf, 11. 8. 2017
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Als Kinder überlebten die sechs das von der Lüneburger 110. Infantriedivision der Wehrmacht 1944 verübte Massaker in Ozarichi.
Nun besuchten die sechs Frauen auf Einladung der VVN-BdA Lüneburg und des AK-Gedenkkultur die Stadt,in der immer noch ein Denkmal steht, das die damaligen Täter verherrlicht - für die Opfer aber kein Wort gefunden wird!
mehr | Eindrücke vom Besuch | Fotos

 

titelblatt Broschüre

Die neue Broschüre: Das Landgericht Lüneburg als „Spitze der justizförmigen Kommunistenverfolgung“ der  1950er/1960er- Jahre; Teil II a: Verfahren - Prozesse – Angeklagte
Die Druckschrift ist zum Selbstkostenpreis von 5,00 Euro (incl. Porto)  unter  vvn-bda-lg@web.de zu bestellen                    
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CDCover Auslaenderkartei

         VVN-BdA übergibt Lüneburger Stadtarchiv wichtige Datensätze zur NS-Stadtgeschichte
Als drittes "Geschenk   an die Stadt Lüneburg" vermacht die  Lüneburger VVN-BdA dem Archiv der Stadt eine Aufzeichnung der sogenannten Ausländerkartei. Es handelt sich dabei um eine separate Kartei des Einwohner-meldeamtes der Stadt aus der Zeit von 1939 bis 1945.

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 Rede Prof.Wuggenig

Dritte Ausstellung zu Lüneburger Kriegsverbrechen und deren Verdrängung bis in die Gegenwart

Am 14. Juni 2017 wurde in der Universität die Ausstellung „Hinterbühne III“ eröffnet.

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Transparent

Was für ein Leben –Wir gratulieren unserer Freundin Sonja Barthel zum 100. Geburtstag[1]

Wir haben in Bleckede gemeinsam gefeiert
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DGB-Stand

Stadtteilfest in Kaltenmoor

OB-Mädge doziert Totalitarismustheorie und fordert: Bitte wählen gehen - aber nur Parteien der Mitte!

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Gedenkort am ehemaligen Hamburger Deportationsbahnhof feierlich eingeweiht

Im Mai 2017 ging der diesjährige "Monat des Gedenkens in Hamburg Eimsbüttel" zu Ende.

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